Kurvenspaß –> Tourenspaß –> Leffyant = 1
Bevor wir zur eigentlichen Tour kommen, hier nochmal ganz kurz – nur zur Auffrischung – die wichtigsten Grundlagen für die Berechnung des Spaßfaktors einer Tour mit Leffy.
Die Rechengröße hierfür heißt “Leffyant” und der Maximalwert, den diese Größe erreichen kann, liegt bei “1”.
Eine weitere, sehr einfache Beziehung, die existiert: Leffyant = 1 entspricht dem eher bekannten TSF (Touren-Spaß-Faktor) von 100%.
Wobei beim TSF, der mit in die Gleichung genommene KSF (Kurven-Spaß-Faktor), möglichst oft möglichst hoch sein sollte.
Ganz besondere Erlebnisse – wie das Überwinden einer der höchsten, begehbaren, frei tragenden Fußgänger-Hängebrücken – fließen mit großer Gewichtung ebenfalls in die Formel ein, um am Ende beim Summenzug einen möglichst hohen TSF zu erreichen.
Auf die weiteren Variablen „ATUL“ , „TPF“ , „LMTO“ , „IIR“ und „PMW“ gehe ich an gegebener Stelle genauer ein.
Welche Variable mit „hoch 2“ oder „e hoch“ oder “als Wurzel” in die Formel einfließt, würde hier zu weit führen.
Das Einzige, was man noch wissen muss: Je näher das Ergebnis später bei „1“ liegt, umso schöner war die Tour.
Genug der grauen Theorie – jetzt zu den erlebten Details der Tour – Highline 179.
Die Tour war eine 2-Tages-Tour und fand statt am 12.09. und 13.09.2026.
Es waren dabei: 11 Motorräder und in Summe 14 Personen.
Ich werde die tatsächliche Strecke nicht komplett wiedergeben. Zumal das meist eh sehr schwierig nachzuvollziehen ist, zum anderen müsste ich unzählige kleine und kleinste Orte nennen, um der tatsächlichen Route – auf super schönen und abgelegendsten Straßen – gerecht zu werden. Ganz grob: Von Kirchheim über die Schwäbische Alb über Reutte zum Plansee 😉
Viel entscheidender sind jedoch die Ereignisse dazwischen. Kommen wir gleich zum Ersten davon. Wie schon erwähnt, super schöne und sehr abgelegene Straßen bis zu einem Parkplatz an einem See – mit Blick auf die Uhr, ganz klar: Kurze Biopause. Aber das wäre viel zu kurz gegriffen. Hier gab es für die ganze Gruppe lecker Kuchen und Kaffee aus dem bis dahin völlig unauffälligen Begleitfahrzeug. Derartige „Außerordentlichen Touren-Unterstützungs-Leistungen“ (ATUL) wirken sich in der Berechnung natürlich deutlich positiv aus. 
Die Tatsache, dass bei der gesamten Tour keine Umleitung gefahren werden musste, war ebenfalls kein reiner Zufall. Hier wirkt sich der bei Leffy immer sehr hohe „Touren Planung Faktor“ (TPF) so richtig aus. Woher ich das wissen will, ob es nicht doch einfach nur Glück gewesen war – das mache ich an so nebenbei erwähnten Äußerungen von Leffy fest: „Heute morgen hat Kurviger doch echt noch Abschnitte gezeigt, die gesperrt sind – u.a. wegen Seifenkistenrennen. Musste also nochmal umplanen“. Also quasi Last-Minute-Touren-Optimierung (LMTO).
Nach weiteren, sehr schönen Streckenabschnitten, gab es eine Mittagspause – schönes Lokal, schönes Wetter, halb-schattige Plätze und leckeres Essen. Wenn dabei auch die Pause zeitlich maximiert wurde – aber das war ausnahmsweise mal ungewollt und dem Umstand geschuldet, dass die Bedienung zwei Tage zuvor ganz neu begonnen hatte und mit so vielen Stürzbüglern auf einmal etwas an ihre Grenze gekommen ist. Aber ganz ehrlich: Das tat dem Gesamteindruck der Tour keinerlei Abbruch und so richtig schlimm war es auch nicht – ein bisschen Pause tat eh gut. Ob die Bedienung weiterhin dort arbeitet, wissen wir aktuell nicht.
Nach dem Mittagessen ging es mit stetig steigender Kurvigkeit weiter. Und exakt diese Passage ist prädestiniert, um die graue Theorie von ganz zu Beginn des Berichts nochmal aufzugreifen und greifbarer zu machen.
Es geht um den eigentlich wichtigsten Faktor in der Formel – dem KSF (Kurven-Spaß-Faktor) – hier fließen bekanntlich viele nur schwer beeinflussbare Faktoren mit ein, wie z.B. Verkehrsdichte, Witterungsverhältnisse, Position in der Gruppe usw.
Fährt man also am Riedbergpass an zweiter Stelle hinter dem Tour-Guide Leffy, Straße trocken, Sicht gut, Reifen warm, kein Auto vor sich und es ändert sich an diese Situation nichts – bis nach dem kompletten Durchfahren des Riedbergpasses – genau dann wurde das absolut mögliche Maximum des KSF erreicht. Und das alles Entscheidende: Berechnen lassen sich solche Beispiele viele, aber erst der tatsächlich erlebte KSF von 100% bringt dir das ersehnte, positive Gänsehaut-Erlebnis ;-))
Ortsmäßig fast schon am Ziel der Tour, führte der Weg bei Reutte zum namensgebenden Highlight der Tour – zur Highline 179. Nüchtern betrachtet ist es eine Fußgänger-Hängebrücke über der Bundesstraße B179. Punkt.
Aber fügt man hier eine sehr deutliche Portion an „Höhe“ hinzu, dann noch eine beachtliche Länge, dann fühlt sich das Ganze schon weniger trivial an. Wenn sich auf so einer langen Brücke viele Menschen gleichzeitig bewegen, dann bewegt sich so eine Hängebrücke deutlich mit und da helfen auch die gigantischen Abspannseile nur begrenzt – der verbleibende Bewegungsradius des Metall-Kolosses bleibt groß genug, um beim Laufen regelmäßig Schlagseite zu bekommen. Man taumelt zwangsläufig – und das ohne einen Tropfen Alkohol oder andere in Betracht kommenden Drogen.
Und so hatte wahrscheinlich jeder so seine eigenen Gedanken auf der Brücke: Boah ist das hoch, ich schau lieber nicht runter, uhh so ein Gitterboden ist ganz schön durchsichtig, ob ich das wohl schaffe – waren auf jeden Fall dabei. Zum Teil konnte man exakt diese Gedanken klar und deutlich auch in den Gesichtsausdrücken der entgegenkommenden Personen ablesen.
Andererseits gab es aber auch solche Gedanken wie: Wie die wohl das erste Seil rüber bekommen haben, was wohl ein so ein Spannseil wiegt, Wahnsinn was so ein bisschen Metall alles halten kann, oohaa eine Mutter mit geschätzter Schlüsselweite 160.
So bunt und vielfältig wie die Truppe, so unterschiedlich waren sicherlich die Gedanken. Aber eines war am Schluss bei allen vorhanden: Ein super tolles Gefühl, diese echt außergewöhnliche Brücke zweimal passiert zu haben. Kalt gelassen hat das sicherlich keinen einzigen – aber cool war es am Ende ganz sicher für jeden gewesen.

Kurz nach 18:00 Uhr war dann Eintreffen an der Unterkunft In Ammerwald – einem BMW-Hotel. Baulicher Charm sieht anders aus, aber wie so oft zählen eh die inneren Werte. Die Unterkunft war gut. Lecker Abendbuffet, super Frühstück, gute Zimmer – also für die notwendige Erholung für den nächsten Tag waren alle Voraussetzungen vorhanden.
Die Rückfahrt weiterhin geprägt von tollen Straßen meist abseits der sonst gängigen Verbindungsstraßen – was aber die ganze Zeit mitfuhr: Welche Wetter-App wird Recht behalten – wir fuhren grob von Süd nach Nord und eine massive Regenfront zog von Nord nach Süd – wer würde schneller am Zielort sein? Aber die Kurven hatten ganz klar die Hoheit behalten und bei der Mittagspause waren Wetter und Stimmung weiterhin top. Dieses Mal agierte unser Dieter als Aushilfspersonal der Gaststätte und nahm gekonnt und mit dem notwendigen Nachdruck die Bestellungen auf – das wirkte sich positiv auf die Durchlaufzeiten aus und wurde von der Wirtin sehr positiv honoriert.
Gut gestärkt ging es zum letzten Abschnitt der Highline 179 Tour. Kurz vor Münsingen kam dann übers „Labertratsch“ – flapsig, umgangssprachlicher Begriff für das „funkbasierte Mehrkanal Kommunikationssystem speziell für Motorradfahrer“ – also über Funk kam die Meldung: „Siggi, da vorne kommen deine Wolken“. Dabei waren es gar nicht MEINE Wolken – ich hatte nur im Vorfeld meine berechtigte Sorge geäußert, dass der Einfluss von Rainman sich mehr auswirken könnte als gewünscht. Klar war es nicht seine Tour, aber immerhin fuhr er ja mit. Aber um es gleich hier wieder aufzulösen der Faktor „PMW“ (Perfektes Motorrad Wetter) blieb auf Leffy’s Seite – die geschlossene Wetterfront zerbröselte in einzelne kleinste Zellen und deswegen gab es quasi kaum wahrnehmbare einzelne Regentropfen. Diese nur sehr wenigen Tropfen waren so gering, dass deren Einfluss auf die Berechnung derartig klein war und sie beim Runden aus der Berechnung geflogen sind. Bei einem Eis in Münsingen endete offiziell die Tour und jeder trat die restliche Rückreise in Eigenregie an.
Zusammenfassung:
– Sehr viele Abschnitte mit einem Kurven-Spaß-Faktor (KSF) von 100% oder nur wenig darunter
– Einbindung von Außerordentlicher-Touren-Unterstützungs-Leistung (ATUL) in Form von leckerem Kuchen und Kaffee
– Absolutes Highlight: Zweifaches Überwinden der Highline 179
– Beim Mittagessen nur einmal etwas mehr Geduld als sonst gefordert
– Quasi keine Umleitung durch einen sehr hohen Touren-Planungs-Faktor (TPF)
– Punktgenaues Eintreffen beim Bäcker, mit nur sehr kleinem Zeitfenster am Sonntag, durch einen sehr hohen Wert bei der Intensiven-Internet-Recherche (IIR)
– Tolle Gruppe, tolle Unterkunft, Perfektes Motorrad Wetter (PMW)
–> Der Leffyant = 1 wurde gesichert erreicht – das entspricht einem Touren-Spaß-Faktor (TSF) von 100%
==> Die dazu äquivalente, aber weniger technisch klingende Aussage: Die Tour hat Mega viel Spaß gemacht !

Danke Leffy !
Immer wieder gerne dabei !
Der Bericht wurde persönlich verfasst und ist ohne Unterschrift gültig 😉
Siggi
(Der Siggi)


